Die Kinder- und Mädchenhaube besteht aus einem Stück, das nur am Hinterkopf mit zwei Nähten in Form gebracht wird.

Ihr Material ist bei Kindern weißes Leinen und bei jungen Mädchen der gleiche Waschstoff wie der Rock. Um das Vorderteil legt sich ein breiter weißer Stickereistreifen. Rund um den unteren Rand werden aus dem gleichen Stickereistoff oder einfachem weißen Leinen sechs Tuffen angenäht die hinten in der Mitte einen Knoten mit herabhängenden Enden bilden.

Leider ist nach dem Krieg eine verfälschte weiße Haube aufgetaucht und stark verbreitet worden. Diese Haube hat einen gerundeten Boden und ein Vorderstück.

Der Boden ist meist gestickt. Diese Haube finden wir im sorbischen Trachtenheft. Es handelt sich dabei um eine sorbische Mädchenhaube aus der evangelischen Niederlausitz, aus der Gegend um Senftenberg Spremberg.

Die Mädchenhauben im Riesengebirge bestanden aus einem Stück ohne gestickten Haubenboden.Was durch Originalhauben aus Schreiberhau zu belegen ist!

 

Die Schnurrgucke ist eine aus zwei Teilen bestehende Haube. Sie hat Ähnlichkeit mit der mittelalterlichen Bundhaube.

Das Vorderstück ist bogenförmig mit leicht nach aussen gezogenen Ecken. Der Boden ist oben gerundet, wesentlich größer als das Vorderstück. Er wird in viele kleine Falten gelegt am Vorderstück angebracht. Im Nacken wird er durch einen Zugsaum zusammen gezogen. Ihr Material ist zartfarbig bedruckter heller Stoff oder weißes Leinen mit Durchbrucharbeit.

Die Nackenschleife besteht aus bestickter oder einfarbiger Seide. Eine breite lappig herabhängende weiße Tüllspitze umrahmt das Gesicht. Getragen wurde sie von der "Jungferbraut" oder der "Jungferpatin" in Langhellwigsdorf Kreis Bolkenhein.

 

 

Eine sehr schöne Haube ist die Medaillonhaube. Sie besteht aus zwei Teilen. Dem Vorderstück, das hinten bis zum Nacken reicht und dort zusammengenäht wird, und einem eingesetzten Medaillon.

Als Stoff ist mir nur ein geblümter Brokat bekannt. Man kann aber auch einen in sich gemusterten Goldbrokat verwenden. Die Nackenschleife besteht aus leichtem Seidenstoff oder Moiré, der mit einer schmalen Goldspitze eingefaßt wird.

Rund um das Vorderstück wird einwärts eine Goldspitze genäht. Das Medaillon wird von der gleichen Spitze eingerahmt. Es ist mit einem farblich abgestimmten Paspel eingefaßt und nach einwärts mit einer schmalen Goldspitze versehen. Eine weiße ca 2-3 cm breite eng gekrauste Tüllspitze umrahmt das Gesicht.

Es gibt meines Wissens keine genauen Angaben darüber in welcher Gegend diese Haube getragen wurde. Mir ist sie als Haube aus dem Riesengebirge bekannt. Der Schlesier- Verein "Rübezahl" Berlin besitzt eine Originalhaube.

 

Die Barthaube ist ebenfalls eine aus zwei Teilen bestehende Haube. Sie ist die Sonntagshaube vorwiegend aus dem Boberkatzbachgebirge. Getragen wurde sie in Schonau, Ludwigsdorf, Flachenseiffen, Ratschin, Wiesenthal bei Lähn. Aber auch im Riesengebirge und in der Grafschaft Glatz ist sie bekannt.

Das Vorderstück verläuft leicht bogenförmig. Der Boden ist oben gerundet und vom Zugsaum her in lose Falten gelegt, die nach oben hin aufspringen. Die Stoffe sind die gleichen wie bei den Kugel-und Spangenhauben. Also Brokate, glatte und gemusterte Seide oder Samt Die Hauben mit ungemusterten Stoffen sind mit Gold- Silber- oder Zindelstickerei verziert, oder mit Gold- oder Silberplättchen bestickt.

Über das Vorderteil läuft ein lose gelegtes Seidenband das im Nacken zu einer Schleife gebunden wird. Bekannt sind aber auch Barthauben die nur eine Nackenschleife haben.

An der Vorderkante ragt eine weiße oder schwarze Tüllspitze 2-3 cm ins Gesicht. Knapp vor der Bodennaht ist an beiden Seiten ein gefälteter Tüllspitzenstreifen angesetzt, der bis auf die Brust als "Bart" fällt. Vorn wird der Bart mit einer Schleife geschlossen. Der Bart und die Spitze an der Vorderkante haben jeweils die gleiche Farbe. Man kennt die Barthauben mit schwarzer und auch mit weißer Spitze.

In der Gegend um Bunzlau und Greiffenberg gab es eine Barthaube deren Bart und Schleife aus weißem Leinen mit Lochstickerei besteht. Über das Leinenband wird noch ein Seidenband gelegt, das im Nacken zur Schleife gebunden wird.

Im Germanischen- National Museum in Nürnberg steht eine Barthaube ausgestellt, die einen Bart aus feinem weißen Leinen mit schlesischer Weißstickerei hat. Die Schleife besteht aus einem großkariertem Band. Auf Anfrage bestätigte mir Dr. Meyer- Heisig 1962, daß es sich dabei um eine bereits um die Jahrhundertwende erworbene Haube handelt.

 

Die Dreistückhaube besteht wie schon ihr Name sagt aus drei Teilen. Nämlich aus einem Mittelstück das von der Stirn über den Kopf bis in den Nacken verläuft und zwei Wangenklappen.

Die Stoffe sind Gold-oder Silberbrokat, glatte oder gemusterte Seide oder Samt einfarbig, gemustert oder schwarz. Als Besatz kommt um den vorderen Rand und die Unterkante Gold- oder Silberspitze.

Die Stickerei ist an diesen Hauben sehr unterschiedlich. Es wurde Stickerei in Flach- und Kettelstich, in Relieftechnik und Zindelarbeit verwendet. Auch Gold- und Silberplättchen kommen vor.

Eine Nackenschleife aus Seidenband oder Moire' zum Teil mit Stickerei oder Goldspitze eingefaßt wird am unteren Rand des Mittelstückes befestigt. Eine schmale weiße Tüllspitze umrahmt enggekraust die Haube.

Die Dreistückhaube hat ihren Ursprung im Riesengebirgsvorland Seifershau, Hermsdorf am Kynast, Schildau, Rohrlach. Sie ist aber im ganzen Riesengebirge bekannt. Es ist anzunehmen, daß sich durch Heirat die Hauben über das ganze Riesengebirge verbreitet haben. Eine Haube stellte ja eine Kostbarkeit dar und vererbte sich von Generation zu Generation weiter. Im Boberkatzbachgebirge sind Dreistückhauben mit lang vorgezogenen Ecken bekannt.

 

 

 

 
Haube aus Karlsthal
     
 
Spangenhaube   Brauthaube
     
 
Glogauer Haube
     
 
Schömberger Haube
     
 
Kugel- oder Kräuterhaube
     
 
Brautjungfer- oder Patenhaube